Mehr als Töne - Musikpädagogik und Gesellschaft

„Wut als Treibstoff für Musik“

„Wut als Treibstoff für Musik“

Im Seminar „Musikpädagogik und die Rolle der Emotionen“ haben sich Dominik, Jannes und Sebastian intensiv mit der Rolle der Wut in der Musik verschiedener Zeiten und Stile beschäftigt. In dieser Folge sprechen sie darüber, inwiefern Musik auch als Ventil für Wut genutzt wird und wurde. Sie schlagen dabei einen großen Bogen von „Der Wut über den verlorenen Groschen“ zur Rapperin Sookee, die sagt, dass „man für Rap schon ein bisschen Wut braucht.“ Dominik, Jannes und Sebastian gehen in ihrer Folge den folgenden Fragen nach: Wie hat Beethoven Wut vertont? Nehmen Hörer:innen die in einem Musikstück vertonte Wut in ähnlicher Weise wahr? Welche Faktoren beeinflussen generell unsere Wahrnehmung und emotionale Resonanz auf Musik? Und warum sollten sich Musiklehrer:innen auch im Musikunterricht gemeinsam mit Jugendlichen auf die „Wutmaschine“ Hip-Hop einlassen?

„Die Befürchtung, nicht kompetent genug zu sein…“

Im Lehrberuf lauert hinter jeder Ecke eine Situation, in der wir Angst empfinden könnten: Leistungsdruck im Referendariat, Verantwortung gegenüber Schüler:innen, Versagensängste, Selbstzweifel — Nervosität und Aufregung weichen hier schnell einer real empfundenen Angst.
Leonie, Theresa und Tilman haben damit auch schon ihre Erfahrungen gemacht und sich über ihre Ängste ausgetauscht. Mithilfe der Ansätze von Nina Tandon erforschen sie die Ursachen der Angst, aber auch Möglichkeiten mit ihr umzugehen. Sie stellen Maria Montessoris Philosophie des Lernens vor und sprechen über den Einfluss der Schulform auf das Gefühl der Angst. Auch die Idee eines generierten Wohlfühlsettings von Jonas Olejniczak findet Gehör in dieser Fortsetzung der Podcastreihe, die im Rahmen des Seminars "Musikpädagogik und die Rolle der Emotionen" an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar entstanden ist.

„Du bist eine Frau, du musst dich viel mehr vor diesem Orchester beweisen!“

„Wir leben in einer für Männer entworfenen Welt,“ schreibt Caroline Criado-Perez. Diese Entwürfe machen natürlich auch keinen Halt vor der Musikpädagogik oder dem Musikbusiness. Wie feministisch ist die aktuelle Musikbranche eigentlich, auch im Vergleich zu anderen Berufszweigen? Und können Musiklehrer:innen auf die musikalischen Verhaltensweisen einwirken oder ist sowieso alles in die Wiege gelegt? Alice, Carla und Daniel tauschen sich über ihre eigenen Erfahrungen aus und diskutieren über Ansätze von u.a. Gabriele Schulz und Olaf Zimmermann, die einen möglichen gerechteren Umgang mit (angehenden) Musiker:innen darstellen. Diese Folge ist die Fortsetzung der Podcastreihe, die im Rahmen des Seminars „Musikpädagogik und die Rolle der Emotionen“ an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar entstanden ist.

„Verletzlichkeit ist ein Teil des Lebens“

Diese Folge ist im Rahmen des Seminars „Musikpädagogik und die Rolle der Emotionen“ entstanden, das im Sommersemester 2021 an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT in Weimar stattfand. Anselm und Stefanie setzen sich darin mit dem Thema Vulnerabilität (Verletzlichkeit) auseinander. Sie erklären, warum die sozialwissenschaftliche Forschung von Brené Brown sehr interessant in Hinblick auf Musikunterricht und das Musizieren in Gruppen ist. Seit fast zwei Jahrzehnten beschäftigt Brown sich mit den Themen Scham, Verletzlichkeit und Mut. Bei der Auseinandersetzung mit diesen Themen stießen Anselm und Stefanie u.a. auf die Fragen, wie sich Vulnerabilität bei Schüler:innen und Lehrpersonen äußern kann, wie ein adäquater Umgang mit Vulnerabilität im (Schul-)Alltag aussieht oder warum es den Menschen überhaupt so schwer fällt darüber zu reden…

„Genau hinhören und gezielt Hilfen geben…“

In dieser Folge blicke ich gemeinsam mit dem Musiklehrer Felix Oeser auf ein Podcastprojekt zurück, das wir in diesem Frühjahr mit Studierenden der UdK und Jugendlichen auf dem Campus Rütli durchgeführt haben. In Berlin und Brandenburg lautet ein für den 11. Jahrgang vorgegebenes Thema „Musik im gesellschaftlichen Kontext“. Wir haben uns dazu entschieden, dass die Jugendlichen Podcastfolgen zum Thema „Protest in der Musik“ produzieren und in ihren Gruppen selbst entscheiden, über wen sie sprechen möchten. Statt einer Klausur haben die Jugendlichen mithilfe der Studierenden Podcastfolgen produziert, in denen sie über eine Künstlerin, verschiedene Künstler oder eine Band gesprochen haben. Sie erklären, inwiefern die Künstler:innen Beth Ditto, Nura und Childish Gambino Protest ausdrücken und bringen dabei auch ihre eigenen Lebenserfahrungen ein. Wer mehr über unser didaktisches Vorgehen erfahren möchte, kann gern einen Kommentar auf dem Blog www.mehralstöne.de hinterlassen!

„… und jetzt erzählen wir unsere Geschichte.“

In dieser Folge sprechen wir mit Felix Powroslo darüber, dass Lieder uns dabei helfen können, Emotionen zu empfinden, die vielleicht durch bestimme Erfahrungen im Verlauf unseres Lebens verschüttet worden sind. Wie können wir als musikalische Leitungspersonen damit umgehen? Welche Rückmeldungen können wir den Mitgliedern in Gruppen geben, wenn Lieder in ihnen ganz unterschiedliche emotionale Reaktionen hervorrufen? Worauf sollten wir allgemein achten, wenn wir beim Musikmachen in Gruppen über unsere Emotionen sprechen? In welche Phasen können wir den Probenprozess eines Stückes aufteilen und in welchen Momenten ist welche Aktivität sinnvoll? Für weitere Fragen ist Felix Powroslo über die Website www.buehnenpraesenz.de zu erreichen…

„Die großen künstlerischen Wachstumsschritte haben etwas mit emotionalen Öffnungen zu tun.“

Diese Folge ist der erste Zusammenschnitt eines Gesprächs, das wir im Rahmen des Seminars „Musikpädagogik und die Rolle der Emotionen“ mit dem Bühnen- und Gesangscoach Felix Powroslo geführt haben. Felix teilt darin sein praktisches Wissen über seine musikalische und zugleich emotionale Arbeit mit Menschen, die in seine Workshops und Webinare kommen, um sich in Bezug auf ihre Ausdrucksmöglichkeiten weiterzuentwickeln. In diesem ersten Teil sprechen wir über folgende Fragen: Was bedeutet sein Webinar-Titel „Viel mehr als nur Noten!“ eigentlich genau? Auf welche Art und Weise können wir mit Gruppen kommunizieren, wenn wir uns bei der musikalischen Interpretation in den Bereich der Emotionen begeben? Mit welchen methodischen Mitteln können wir Menschen dazu einladen, sich in ein Lied oder Stück „hineinzufühlen", und gleichzeitig in sich selbst?

„Bringen Streamingdienste eher Freiheit oder Fremdbestimmung?“

In dieser Folge dreht sich alles um Musik-Streamingdienste wie Spotify, Amazon Music, Apple Music & Co und um Algorithmen, die diesen zugrunde liegen. Die drei Lehramtsstudierenden Benjamin, Niklas und Felicitas diskutieren über mögliche Folgen der Streamingdienste für die Gesellschaft. Dabei stellen sie sich die Frage, ob die Nutzer*innen eher selbst- oder fremdbestimmt im Umgang mit Streaming-Diensten handeln können und was dies in Bezug auf ihre individuelle Freiheit bedeutet. Die drei Studierenden haben außerdem die drei Schüler*innen Paul, Nick und Paula zu ihren persönlichen Erfahrungen befragt, um daraus Schlussfolgerungen für die musikpädagogische Praxis ziehen zu können.

„Wenn man in Leitung geht, stellt sich die Machtfrage…“

Der Ausgangspunkt dieser Folge sind Gedanken der afroamerikanischen Literaturwissenschaftlerin bell hooks. Ausgehend von der Frage, wie ein „demokratischer Klassenraum“ aussehen kann, haben die Lehramtsstudentinnen Ronja und Friederike mit Schulleiter Phillip und den Schülern Jonathan und Mattis darüber gesprochen, was Freiheit für sie bedeutet, und wie junge Menschen den Umgang mit Freiheit in Schulen erlernen können. Weitere spannende Fragen, über die sie sprechen, sind: Wie können Lehrer*innen mit ihrer Macht so umgehen, dass sie jungen Menschen Räume für Freiheit eröffnen? In welchen Situationen missbrauchen Lehrer*innen ihre Macht im Schulalltag und begrenzen dabei die Freiheitsräume von Jugendlichen? Welche Möglichkeiten können wir ihnen in musikalischen Prozessen geben, Freiheit zu erfahren?

„Jetzt will ich’s aber wissen… Stimmt das wirklich?“

Martin Seeliger hat sich in seinem frisch erschienenen Buch „Soziologie des Gangstarap" intensiv mit dem deutschsprachigem Gangstarap und seinen sozialen Hintergründen beschäftigt. Er hat sich das Genre im Kontext der deutschen Einwanderungsgeschichte angeschaut und erklärt in dieser Folge, dass im Gangstarap eine „historische Kränkung“ thematisiert wird, die viele nach Deutschland eingewanderte Familien erfahren haben. Und er plädiert dafür, dass wir uns möglichst offen und unaufgeregt mit Provokationen auseinandersetzen, die in Songs formuliert werden. Denn aus seiner Sicht ist der deutschsprachige Gangstarap ein tolles Werkzeug, um sich gemeinsam mit Jugendlichen in der Schule mit den gesellschaftspolitischen Entwicklungen der letzten siebzig Jahre auseinanderzusetzen.