Mehr als Töne - Musikpädagogik und Gesellschaft

„Wenn man in Leitung geht, stellt sich die Machtfrage…“

„Wenn man in Leitung geht, stellt sich die Machtfrage…“

Der Ausgangspunkt dieser Folge sind Gedanken der afroamerikanischen Literaturwissenschaftlerin bell hooks. Ausgehend von der Frage, wie ein „demokratischer Klassenraum“ aussehen kann, haben die Lehramtsstudentinnen Ronja und Friederike mit Schulleiter Phillip und den Schülern Jonathan und Mattis darüber gesprochen, was Freiheit für sie bedeutet, und wie junge Menschen den Umgang mit Freiheit in Schulen erlernen können. Weitere spannende Fragen, über die sie sprechen, sind: Wie können Lehrer*innen mit ihrer Macht so umgehen, dass sie jungen Menschen Räume für Freiheit eröffnen? In welchen Situationen missbrauchen Lehrer*innen ihre Macht im Schulalltag und begrenzen dabei die Freiheitsräume von Jugendlichen? Welche Möglichkeiten können wir ihnen in musikalischen Prozessen geben, Freiheit zu erfahren?

„Jetzt will ich’s aber wissen… Stimmt das wirklich?“

Martin Seeliger hat sich in seinem frisch erschienenen Buch „Soziologie des Gangstarap" intensiv mit dem deutschsprachigem Gangstarap und seinen sozialen Hintergründen beschäftigt. Er hat sich das Genre im Kontext der deutschen Einwanderungsgeschichte angeschaut und erklärt in dieser Folge, dass im Gangstarap eine „historische Kränkung“ thematisiert wird, die viele nach Deutschland eingewanderte Familien erfahren haben. Und er plädiert dafür, dass wir uns möglichst offen und unaufgeregt mit Provokationen auseinandersetzen, die in Songs formuliert werden. Denn aus seiner Sicht ist der deutschsprachige Gangstarap ein tolles Werkzeug, um sich gemeinsam mit Jugendlichen in der Schule mit den gesellschaftspolitischen Entwicklungen der letzten siebzig Jahre auseinanderzusetzen.

“Any system has the potential to be oppressive.“

In this second part of their conversation with music education professor Joseph Abramo, Juan-Esteban Rendón and Juliana Otto pose these questions: How can we translate Paulo Freire’s concept of a liberating education into our practice as music educators? Which of his ideas are still relevant for music teachers and our societies today? How can we pass on tradition without being “oppressive“ in the sense Freire describes? Should music education be obligatory in high schools? Joseph Abramo illustrates how the theoretical concepts of “banking education“ and “problem-posing education“ are realized in music education, and he explains in what way teaching can mean that teachers and students discover things together. If you are interested in his reading of “Pedagogy of the Oppressed“ go to https://www.youtube.com/watch?v=JKqwYMSwOIg

"Yes, we can make ensembles democratic... Is it worth the time?"

In this and the upcoming episode, Juan-Esteban Rendón and Juliana Otto deal with Paulo Freire’s idea of education as a praxis of freedom. They present parts of their video conversation with Joseph Abramo, Associate Professor of Music Education at the University of Connecticut. In this first part, they discuss the following questions: Is it possible to have liberty within hierarchical structures? Is it possible that music ensembles or even orchestras enable individual players to develop their own musical visions? How much “free choice“ do professional musicians strive for? How much “free choice“ do we want in music education?

„Sagen Sie uns doch einfach, was wir tun sollen.“

Diese Folge ist nun der zweite Zusammenschnitt eines Gesprächs, das die Musikpädagogik-Studentinnen Donata Jagwitz, Marina Meistrowitz und Lilli Bücker mit Prof. Dr. Stefan Orgass geführt haben. Sie thematisieren hier die Konsequenzen und Herausforderungen einer demokratischen Unterrichtskultur. Stefan Orgass spricht über das „Risiko“, das Lehrer*innen eingehen, wenn sie Jugendlichen Freiheiten eröffnen. Er hinterfragt den Begriff der „Kontrolle“ und kritisiert die zurzeit vorherrschende Fokussierung auf Lernstandserhebungen und messbare Kompetenzen, die auch den Musikunterricht an vielen Schulen beeinflusst. Für die weitere Beschäftigung mit den angesprochenen Themen empfehlen die Studentinnen die Nr. 52 auf seiner Publikationsliste: https://www.folkwang-uni.de/home/hochschule/personen/lehrende/vollanzeige/personen-detail/prof-dr-stefan-orgass/

„Spielräume für Entscheidungen öffnen…“

Diese Folge haben die Musikpädagogikstudentinnen Donata Jagwitz von der Universität der Künste Berlin sowie Marina Meistrowitz und Lilli Bücker von der Folkwang Universität der Künste in Essen gemeinsam produziert. Sie thematisieren Hannah Arendts Freiheitsbegriff und sind der Frage nachgegangen, wie Arendts Vorstellung von menschlicher Freiheit im Musikunterricht realisiert werden kann. Im Rahmen ihrer Auseinandersetzung mit dieser Frage entdeckten sie Schnittmengen mit der „Kommunikativen Musikdidaktik“, die der Essener Musikpädagogik-Professor Stefan Orgass entwickelt hat. Daraufhin luden die Studentinnen ihn zu einer Videokonferenz ein und kamen ins Gespräch darüber, wie im schulischen Musikunterricht Wege zu Freiheit beschritten werden können…

„Ich hab’s hier ja nicht mit Maschinen zu tun…“

In diesem zweiten Teil unseres Gesprächs im Musikpädagogik-Seminar sprechen wir darüber, welche pädagogischen Fähigkeiten anderen Menschen dabei helfen können, sich in künstlerischen Prozessen zu öffnen und Dinge auszuprobieren – vom Vertrauen in die Fähigkeiten anderer Menschen, über die Bedeutung von Erfolgserlebnissen, bis hin zu Frage, wie wir anderen bei kreativen Aufgaben eine Struktur und Orientierung geben können. Es kommt auch die Frage auf, ob das musikpädagogische Ziel anderen Menschen sichere Räume anzubieten, vielleicht kulturell bedingt ist. Wer fühlt sich eigentlich in welchen Kontexten „sicher“?

„Auf welchen Ebenen kann ich Sicherheit und Unsicherheit erzeugen?“

In dieser Folge geht es um die Anleitung von einem Gruppenmusizieren ohne Noten. Ausgehend von ihrem kürzlich in der Zeitschrift Diskussion Musikpädagogik erschienenen Artikel „Sichere Räume in Community Music – Eine konzeptionelle Spurensuche“ denken Annette Ziegenmeyer und Johann Honnens gemeinsam mit Berliner Musikpädagogik-Studierenden darüber nach, wie musikalische Leitungspersönlichkeiten durch ihr Handeln anderen Musizierenden ein Gefühl der Sicherheit geben können. Und wie können wir mit Gefühlen der Unsicherheit, verschiedenen ästhetischen Urteilen und Hierarchien umgehen? In diesem ersten Teil der Seminarsitzung werden von den Studierenden zunächst einmal viele große Fragen aufgeworfen und auch bereits erste Antworten gegeben…

„Wie kann man Menschen befähigen, ihre Potenziale sichtbar und hörbar zu machen?“

In dieser Folge spreche ich mit Eckehard Pistrick über seine Erfahrungen als Musikethnologe und Musikvermittler, der in deutschen Erstaufnahmeeinrichtungen Musik- und Theaterprojekte initiiert und betreut hat. Er hält es für wichtig, dass Akademiker*innen sich hin und wieder aus dem „Wohlfühlbereich“ herausbegeben und erklärt, was der Begriff „engaged ethnomusicology“ bedeutet…

„Wir befinden uns in einem digitalen Tiefschlaf…“

Im Interview mit Christian Crämer haben wir über die folgenden Fragen gesprochen:
Wie sieht der Herstellungsprozess eines Lehrwerks für den Musikunterricht aus? Was muss bei der Herstellung beachtet und berücksichtigt werden? Welche Qualitätskriterien sollte ein Lehrwerk für den Musikunterricht erfüllen? Welche Fähigkeiten müssen Autor*innen mitbringen? Wie viele Menschen sind bei der Herstellung und Zulassung eines Lehrwerks beteiligt? Welche Rolle spielen politische Vorgaben? Und welche neuen Aufgaben stellen sich im Zuge der zunehmenden Digitalisierung der Bildung?